Montag, 31. Juli 2017

Blogtourbeitrag Die Saison Deines Lebens - Hooligan Liebe von Kaylie Morgan

Wenn aus Leidenschaft mehr wird (Fußballfanleben und Hooligans)



Herzlich Willkommen auch von mir zur Blogtour "Die Saison deines Lebens - Hooligan Liebe" von Kaylie Morgan. 

Heute geht es um die Leidenschaft zu einem Fußballverein und ich möchte euch auch etwas über mein Fanleben in meiner Jugendzeit erzählen. Zuvor aber werde ich versuchen, euch den Unterschied zwischen Ultras und Hooligans zu erklären. 

Ultras vs. Hooligans

Die Ultra-Bewegung: (Quelle:Wikipedia)
Bildquelle:pinterest

Bei Ultras handelt es sich um fanatische Anhänger, deren Ziel es ist, ihren Verein immer und überall bestmöglich zu unterstützen. 
Neben der akustischen Unterstützung, die sehr häufig von einem sogenannten Capo (Anführer) mittels Megafon koordiniert und durch Trommeln begleitet wird, legen Ultras auch viel Wert auf optische Hilfsmittel wie Konfettiregen, bengalische Feuer und Fahnenmeere. 
Außerdem kreieren, finanzieren und organisieren die Ultras farbige Choreographien. Bei diesen Choreographien bereiten die Ultras Materialien vor, die zu Spielbeginn an alle Zuschauer (auch Nicht-Ultras) eines Stadionbereiches ausgegeben werden und die durch gleichzeitiges Hochhalten z.B. ein großflächiges Vereinswappen ergeben. Oft werden auch Überrollfahnen oder Wurfrollen verwendet. Unterstützung durch Sponsoren oder Vereine wird strikt abgelehnt. Ultras finanzieren sich meist durch eigene Mitgliedsbeiträge und durch den Verkauf von selbst kreierten Fan-Artikeln.

Video Quelle: Youtube 



Hooligans: (Quelle:Wikipedia)
Bildquelle: Pinterest



Während bei Hooligans die gewalttätige Auseinandersetzung mit anderen Gruppen im Vordergrund steht und Fußballspiele nur einen Anlass dazu bieten, steht bei den Ultras der Sport im Vordergrund; allerdings sind bei manchen Ultra-Gruppierungen Schlägereien und Krawalle ein akzeptiertes Mittel der Durchsetzung von Faninteressen und der Auseinandersetzung mit gegnerischen Fan-Gruppen. Aus diesem Grund werden die Ultras in Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung oft mit "Hooligans" bzw. mit Gewaltbereitschaft assoziiert. Ein großer Teil der deutschen Ultraszene betont jedoch, dass man sich nicht als "Gewalt suchend" definiere. Allerdings setze man sich bei körperlichen Übergriffen auf die eigene Gruppe entsprechend zur Wehr. Viele Ultragruppierungen in Deutschland beklagen auch, dass die Polizei zunehmend versuche ihnen ein Stigma der Gewaltbereitschaft anzuheften, da diese nach dem Zerfall der klassischen Hooliganszene nun ein neues Betätigungsfeld im Rahmen von Fußballspielen brauche. 

Ultras und Hooligans gemeinsam ist die Betonung des Gruppenzusammenhalts der über die Veranstaltung hinaus auch ins Privatleben reicht.

Video Quelle: Youtube 

Ich möchte euch darauf aufmerksam machen, dass ich gegen jede Art von Gewalt bin und euch dieses Video nur zeige, damit ihr den Unterschied erkennt. 
Ultras Video oben: organisierter Fanmarsch, der meistens friedlich verläuft und die Vorfreude auf das eigene Spiel macht.
Video unten: Kampf zwischen Hooligans, die Fußballspiele viel zu oft als Chance sehen, um mit den gegnerischen Hooligans sich nach dem Spiel zu treffen und ihr Gewaltpotenzial auszutoben. 

Meine persönlichen Erlebnisse im Fanleben

Ich wuchs als Mädchen in einer Familie auf, bei denen die Mehrzahl an männlichen Wesen und somit Fußballfanatiker gegeben war. Meine Oma arbeitete in einem Stadion und sie nahm mich immer mit, aber damals hatte ich noch immer keine Ahnung von dem Gefühl, wie es sein wird, wenn man das erste Mal in einem Stadion bei einem Spiel dabei sein wird. Ich hörte immer, wie sich die Fans unterhielten oder wenn die Fangesänge und Schlachtrufe los gingen. Die Gefühle der Fans konnte ich nicht verstehen, denn ich war ja noch ein kleines Mädchen. Ich wusste nur, dass es eine Sportart von vielen ist.
Bis zu meiner Teenagerzeit war für mich Fußball irgendeine Sportart, bei der die Jungs einem Ball nachrennen um ihn in ein Tor zu schießen. 

Damals wollte ich von Fußball gar nichts wissen, denn mir wären Konzerte lieber gewesen. Eines Tages aber begegnete ich einem Typen, in den ich mich verliebte und er war ein absoluter Fußballfan von Sturm Graz (österreichische Fußballmannschaft). Wir lernten uns durch einen Freund kennen und so wurde ich dann zum ersten Mal auch ins Stadion mitgenommen.
Zum Glück waren auch noch andere Mädels anwesend und die Begrüßung war immer freundlich und familiär, genauso wie es auch im Buch Die Saison deines Lebens beschrieben wird. Welche Fangesänge und Schlachtrufe für die heimische Mannschaft zuständig waren, war mir zu dieser Zeit unklar und die gingen ja schon vor dem eigentlichen Spiel los. Das Stadion füllte sich immer mehr mit den heimischen Fans und gegnerischen Fans. 

Die Spieler kamen auf das Spielfeld und irgendwie war ich noch immer nicht ganz begeistert. Das Spiel begann und ich folgte dem Ablauf ohne Kenntnisse *lach*, denn ich wusste nur, in welches Tor unsere Mannschaft den Ball schießen musste. TOOOOR, ein Gefühl, das mich dann überkam und ich wurde langsam warm. Damals gewann unsere Mannschaft und mir fing es an zu gefallen. 
Das zweite Spiel, bei dem ich dabei war, war dann schon viel aufregender, denn in der Zwischenzeit haben wir uns auch außerhalb der Spiele getroffen und ich lernte die Schlachtrufe und Fangesänge kennen. Ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann, ist es mitten in den "Ultras" zu stehen und die eigene Mannschaft anzufeuern. Ein Freudenschrei, wenn ein Tor fällt, traurige Umarmungen und Tränen, wenn die Mannschaft verliert. Ein Zusammenhalt innerhalb des Vereins ist wie eine große Familie zu sein. Spaß, Freude, Vertrautheit, gemeinsame Leidenschaft.



Die Spieler alle beim Namen zu rufen, den Schiedsrichter zu beschimpfen, weil er falsch gepfiffen hat usw. Ein unsagbar herrliches und spannendes Gefühl war es jedes Mal aufs Neue.
Mit der Zeit entwickelte sich aber unter den Ultras eine Abspaltung und es gab dann die Ultras-Hooligans, die nur gewaltbereit waren. Sie interessierte das Spiel gar nicht mehr, sondern sie wollten nur eines.. Ein eigenes Spiel mit den gegnerischen Fans. 

Ich persönlich fand dies damals vor ungefähr 24 Jahren schon so nutzlos, denn es hatte nichts mehr mit Fußball zu tun, wenn die Abspaltungsgruppe dabei war. 
Ein sehr guter Freund von mir hat damals auch die Entscheidung getroffen und ist zu den gewaltbereiten "Ultras" gegangen.
Mein Gefühl sagte mir damals, dass er in sehr großen Schwierigkeiten kommen wird. Bei jedem Spiel war er dabei und er entwickelte sich immer mehr zu einem Hooligan. Irgendwann nach einem Spiel, kam es dann zu Handgreiflichkeiten und Schlägerei. Es wurden mehrere normale Fans, Ultras und gegnerische Fans verletzt, aber auch Kinder, weil wir einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. In unserer Fankurve war es auch nicht mehr so sicher, denn durch die gewalttätigen Fans, wurden auch wir in das schlechte Licht gestellt. Es ist schlimm zu sehen, wie ein anständiger Junge sich so entwickelt und ihm auch kein Ratschlag mehr Wert ist. Für ihn zählte nur mehr das Wort seiner Gruppe. Für mich hatte dies alles nichts mehr mit Fußball und Fanliebe zu tun und das war auch der Grund, warum ich von ihm Abstand nahm.


Danach blieb ich dann nicht mehr lange in der Stadt und bin aufs Land gezogen und ja, ich lernte einen Mann (meinen jetzigen Mann) kennen, der absolut nichts mit Fußball am Hut hatte und seither bin ich auch nicht mehr im Verein und ich muss gestehen, mir fehlt es gar nicht ;) 

Nach einigen Jahren habe ich dann meinen sehr guten Freund von damals wieder getroffen und es hat sich auch etwas bei ihm geändert.

Mike S. 
"Nachdem ich ein lebenslanges Stadionverbot erhalten und die Liebe meines Lebens kennen gelernt habe, bin ich von den Ultras vs. Hooligans weg. Ich liebe nach wie vor meinen Verein, sehe mir die Spiele nur noch im TV an und genieße meine Zeit zusammen mit meiner Freundin. Sie ist auch Fußballfan und ich habe gelernt das Ultras eingefleischte Fans sind, die ihre Mannschaft unterstützen sollen, aber nichts mit Gewalt zu tun haben. Die Abspaltung zu den Hooligans hat meiner Meinung nach nichts mehr mit dem Verein zu tun, sondern nur mehr mit der eigenen Einstellung gegenüber Gewalt. Genießt das Spiel und unterstützt euren Verein, aber kämpft nicht gegeneinander." 

Roman F.
"Ultras sind die echten Fans, die ihre Mannschaft und Verein unterstützen - quasi Fanclub, die Hooligans unterstützen mit ihren Kämpfen nicht den Verein, sondern rücken den Verein eher noch in ein schlechtes Licht." 

Folgende Blogs und ihre Beiträge findet ihr auch in der Veranstaltung oder ihr klickt die Tagesbeiträge an. Auf jedem Blog gibt es auch ein Gewinnspiel.


Tag 2 Die Fans des Monats (Charaktervorstellung) bei 



Tag 5 Wenn aus Leidenschaft mehr wird - Fußballfanleben und Hooligans bei Manus Bücherregal

Tag 6 Die Macht der Liebe bei diabooks 78


Tag 8 Im Gespräch mit Kaylie Morgan bei 















Kommentare:

  1. Super Erklärung. Vielen Dank. Ich würde trotzdem nicht dazwischen stehen wollen.

    LG Nadine

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    1. Liebe Nadine, vielen lieben Dank :) In der heutigen Zeit würde ich auch nicht mehr dazwischen stehen wollen. Hätte auch zu viel Angst

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