Samstag, 7. Oktober 2017

Ich musste die Rute küssen von Rosa S.

Ich musste die Rute küssen 

von Rosa S.




in eigenen Worten

Rosa wird als uneheliches Kind im Jahr 1936 geboren und wird immer wieder als "Kind der Sünde" geschimpft. Liebe bekommt sie von ihrer Mutter nicht, im Gegenteil, sie wird immer wieder mit der Rute geschlagen. Bereits als Kind muss sie am Hof mitarbeiten und wehe sie macht mal nicht alles richtig, dann bekommt sie wieder Schläge. Auch von allen Anderen wird sie ständig beschimpft. 
Bevor sie von ihrer Mutter geschlagen wird, muss sie die Rute küssen. 
Sie hält es zu Hause nicht mehr aus und wird dann zu ihrer Tante geschickt, bei der es ihr aber auch nicht besser geht. 
Sie fühlt ständig nur allein, hat nicht wirklich jemanden, mit dem sie reden kann oder der sie versteht. 
Als Erwachsene heiratet sie dann ihren Mann, aber auch von ihrer Schwiegermutter wird sie nur heruntergemacht. Im Laufe ihrer Ehe hat sie unzählige Fehlgeburten, bekommt aber zum Glück 2 gesunde Kinder, die ihr den Halt und die Kraft für ihr Leben geben... 
In diesem Buch schreibt sie ihr Leben für ihre Kinder in einer Kurzbiografie auf. 
Schockierend, traurig, emotional... 
Manchmal lese ich auch sehr gerne wahre Begebenheiten und nachdem ich den Titel und Klappentext gelesen hatte, musste ich dieses Buch haben. 

Vorweg möchte ich aber gleich betonen, dass es sich um eine mittlerweile 80-jährige Dame handelt, der Schreibstil ist dennoch locker und leicht zu lesen. Die Sätze kurz aber emotional geschrieben. So als würde Rosa es immer wieder erneut dem Leser erzählen. 

Rosa erzählt ihre schockierende und traurige Geschichte mit einer Offenheit und ohne Verbitterung. Ich ziehe meinen Hut und habe sehr großen Respekt vor dieser Frau. Sie musste von ihrer Kindheit an viel ertragen, Stärke beweisen - die sich auch hatte und noch immer hat. 
Geschlagen mit einer Rute, misshandelt, gemobbt wie man es heute nennt, niedergemacht und unterwürfig behandelt. Von ihrem Mann betrogen, hat sie ihm verziehen. Einige Fehlgeburten, bei denen sie fast gestorben wäre, aber sie hat auch zwei Kinder bekommen, die ihr die Kraft für ihr weiteres Leben gegeben haben. 
Rosa hatte eine Mutter, die ihr nie Liebe gezeigt hat, jedoch konnte Rosa die Liebe ihren Kindern, Enkelkinder und Urenkeln schenken, aber auch ihre Mutter war zu ihren Enkeln liebevoll. 

Rosa hat ihrer Mutter vergeben, auch ihrem Mann und hat so vieles all die Jahre für sich behalten, doch mit 80 Jahren entschied sie sich, ihre Geschichte für ihre Kinder nieder zuschreiben. 

Ich musste weinen, schmunzeln, weinen und zeitweise tief Luft holen und über das Gelesene nachdenken. 
“Eine schockierende, berührende Biografie, einer Frau, die mehr Stärke in ihrem Leben aufbringen musste und konnte, als sie es vielleicht jemals selber gedacht hat. Auch wenn es sich hier um 102 Seiten biografischer Geschichte mit kurzen Sätzen handelt, so ist es absolut lesenswert. Frau Rosa S. ich verneige mich vor ihnen und liebe Kinder, Enkeln und Urenkeln von Frau Rosa S., ihr könnt stolz auf eure Mutter, Oma und Uroma sein. Tragt diese Geschichte immer im Herzen, denn ich werde es tun."

an den Edition Raetia Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, was jedoch meine ehrliche und persönliche Meinung nicht beeinflusst hat. 








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