Samstag, 23. September 2017

Blogtour Mordswetter von Uli Aechtner

Wer ist Christian Bär? 














Herzlich Willkommen zur Blogtour "Mordswetter" von Uli Aechtner. Ich habe die Ehre den Hauptkommisar Christian Bär zu interviewen. 

Hier geht es zum TOURPLAN, wo ihr die ganzen Stationen findet. Es lohnt sich bei jeder Station vorbeizuschauen, denn es gibt wieder tägliche Gewinnspielfragen. Dazu unten mehr. 

Und nun geht es los :)

Hallo Christian,
Vielen lieben Dank, dass du dir Zeit nimmst für dieses Interview. Ich hoffe, es geht in Ordnung, wenn wir uns duzen?
Na klar.

Christian, magst du dich bitte vorstellen?
Okay, ich bin 31 Jahr alt, Hauptkommissar beim K11 in Frankfurt am Main. Wir ermitteln nach Tötungsdelikten. Das klingt sehr spannend, tatsächlich wühlt man sich aber die meiste Zeit im Präsidium durch Berge von Akten. Immerhin habe ich einen sehr witzigen Chef. Becker wirkt wie ein notorischer Besserwisser und hat zu allem etwas zu sagen. Fakt ist, dass er so etwas wie ein wandelndes Lexikon ist. Man kann viel von ihm lernen.



Der neue Fall „Mordswetter“, ist ja ein sehr ungewöhnlicher Fall. Denkst du, dass die Opfer irgendwie zusammenhängen?
So eine Ahnung kam mir, als ich „Oma Mutti“ im Krankenhaus vernahm und dieses Foto aus dem Schmöker fiel, den sie auf dem Nachttisch liegen hatte. Aber ich will nicht vorgreifen und zu viel verraten.

Hast du noch weitere Fälle gelöst? Wenn ja, welche?
Im vergangenen Jahr wurde in einer Frankfurter Apfelweinkelterei ein Toter aus einem Gärbehältnis geborgen. Der Tank war einfach riesig, ein alter U-Boot-Druckkörper aus dem Zweiten Weltkrieg, umfunktioniert für die Apfelweinherstellung. Der Tote sah übrigens noch ziemlich gut aus, in dem Tank mit Apfelwein war er kühl gehalten worden, und das austretende CO2 hatte ihn so gut wie konserviert. Da habe ich auch Roberta kennengelernt, sie kam hinzu, als ich mich über die Leiche beugte.

Wie schwer fällt es dir tatsächlich Privatleben und Berufsleben zu vereinbaren?
Momentan bin ich Single, hab also alle Zeit für den Job, und ich rede mir oft ein: das ist gut so. Ich bin ja nicht wirklich allein. Meine Schwester Lara und meine Nichte Amelie sind meine Familie. Obwohl, wenn ich so an Roberta denke …

Wie sieht es mit der Liebe im Allgemeinen aus? Möchtest du nicht irgendwann eine eigene Familie und Kinder haben?
Katja, meine Ex, wollte immer eine Familie haben. Kinder, ein Reihenhaus im Grünen. Aber wie vereinbart man das mit ständigem Schichtdienst, und wie stemmt man ein Häuschen mit dem Gehalt eines Kommissars, ausgerechnet im Rhein-Main-Gebiet? Ich hatte einfach zu viel Respekt vor all dem Druck, der sich da aufbaute.

Welche Gedanken hattest du, wie du gesehen hast, dass deine Ex Katja schwanger ist und wer der Vater ist?
Das hat mich im ersten Moment schon stark verunsichert. Ich dachte, Mensch Bär, vielleicht hättest du dich damals einfach trauen sollen, mit Katja eine Familie zu gründen. Womöglich hättet ihr es ja doch gewuppt. Andererseits habe ich zu viele Kollegen gesehen, bei denen es schief gegangen ist. Und all dieses Gewürge in Beziehungen, das will ich einfach nicht für mich haben.

Wie hast du die Journalistin Roberta eigentlich kennengelernt?
Roberta führte eine Gruppe Besucher durch die Apfelweinfabrik, in der gerade der Tote aus dem Tank gefischt worden war. Und sie wollte gleich alles wissen: Was das für ein Tank war, wie der Mann da reingekommen war. Und sie hatte auch sofort eine Theorie, wie er umgekommen war. Mann, ging sie mir auf die Nerven. Ich hielt sie anfangs für eine zickige Zeitungstusse. Aber dann, in dieser Straußwirtschaft in Eckenheim, da war sie so verständnisvoll und hat mir so toll zugehört. Und ich hab ihr Sachen erzählt, sie ich eigentlich für mich behalten wollte.

Was ist dein persönlicher Nervenkitzel in deinem Job?
Mein Körper schüttet Adrenalin aus, wenn ich ganz plötzlich Zusammenhänge erkenne. In dem Moment, in dem ich spüre, dass ich kurz vor einer wichtigen Erkenntnis stehe. Das ist etwas ganz Intuitives. Wenn ich meine Gesprächspartner beobachte, ihre Gesten beim Sprechen, ihre Blicke. Als diese Frau in ihrem Garten zu dem roten Kanu hinübersah, das war zum Beispiel so ein Moment. Da wusste ich: Jetzt darf ich nicht lockerlassen.

Warum wähltest du diesen Beruf?
Meine Eltern hatten einen Malerbetrieb, eigentlich sollte ich den mal übernehmen. Also Handwerker werden. Mir war das irgendwie – sagen wir: zu übersichtlich. Ein Kriminaler zu werden erschien mir ein passender Gegenentwurf.

Ist es manchmal schwer, Beweise zu einem Täter zuzuordnen?
Absolut. Es hinterlässt ja nicht jeder gleich seine Fingerabdrücke. Schönes Beispiel: Von dem Elektroschocker, der auf dem Campingplatz gefunden wurde, hatte der Platzwart sie wohlmeinend abgewischt.

Welche Gedanken hattest du, nachdem du auf dem Foto von Frau Raven gesehen hast, wer ihr Enkel ist?
Das war genauso ein Adrenalin-Moment. Ich sah auf einmal die Verbindung zwischen der alten Frau und diesem Typen auf dem Foto, aber auch zwischen den beiden Fällen. Wobei ich später einsehen musste, dass ich nicht so ganz richtig lag. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie langer dauerte es, bis du diesen Fall gelöst hattest?
Das zog sich ziemlich hin. Wie gesagt, bis zum Schluss lag ich falsch. Ich bin echt nicht stolz darauf.

Wie lerntest du Uli Aechtner kennen?
Sie kam zu einem „Tag der Offenen Tür“ ins Polizeipräsidium. Wir hatten alles aufgeboten, Kampfmittelräumdienst, Verfassungsschutz. Unsere Polizeisporttruppe. Sie sah sich alles ganz ruhig an, dann sprach sie mich an und nahm mich ins Gebet, fragte mich aus. Ihre Art erinnerte mich ein bisschen an Roberta. Vielleicht ist diese Fragerei auch einfach typisch für Journalistinnen.

Dein Arbeitsplatz sieht wie aus?
Wie ein ganz normales Büro. Stell dir einen Schreibtisch vor mit einem Berg Akten darauf. Wenn ich aus dem Fenster gucke, sehe ich in unseren Innenhof. Alles akkurat gepflastert, Grau in Grau. Ein einziges Mal habe ich einen gelben Löwenzahn zwischen den Fugen entdeckt. Das hat mich an eine Geschichte erinnert, die wir mal in der Schule gelesen haben, im Deutschunterricht. Da sitzt ein Mann im Knast, und beim Rundgang im Hof sieht er immer so einen gelben Löwenzahn. Und eines Tages ist der einfach weg.


Hast du nach all diesen Ereignissen selber mehr Angst vor Gewitter, Blitzen und Unwetter?
Eher anders herum. Als ich in dem Wanderunterstand das Gewitter abwartete und über mir die Stromleitungen sah, war mir mulmiger zumute als nach der ganzen Geschichte. Ich habe bei diesem Fall viel über Gewitter und Blitze gelernt. Zum Beispiel, was „Blitze aus heiterem Himmel“ sind. Oder warum es Gewitter überhaupt gibt. Ob sie mehr geworden sind in den letzten Jahren – oder nur der Regen. Und ich sage immer: Je mehr man weiß, desto geringer wird die Angst.

Werden wir von dir bald wieder einen neuen Fall zu lesen bekommen oder von einem deiner Kollegen?
Roberta sagt, wenn sie vom Einkaufen kommt, verschwinden Lebensmittel aus ihren Taschen. Irgendwie zwischen dem Abstellen im Hausflur, wenn sie nach der Post sieht, und dem Rauftragen in ihre Dachkammer. Das klingt erstmal nach einer Bagatelle, aber anscheinend steckt Methode dahinter. Allein Roberta zuliebe muss ich mal rausfinden, wer sie beklaut.
(Hm, das klingt auch sehr spannend und musst du unbedingt rausfinden) 

Vielen lieben Dank für dieses ausführliche Interview. Es war mir eine große Ehre dich interviewen zu dürfen, obwohl du bereits eine vertraute Journalistin kennst :)


Wie würdest du als Kommissar ermitteln?
Teilnehmen könnt ihr bis 26. September 2017 

Zu Gewinnen gibt es:

Preis 1-3
Je ein Buch »Mordswetter« von Uli Aechtner & 1 Paar Gummistiefeletten
Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.



Kommentare:

  1. Hallo Manuela,

    das Interview mit dem Kommisar ist einfach klasse. Die Fragen sind ja schwierig: Wie würde ich ermitteln. Ich würde mir das Umfeld ansehen, Probleme ausschließen (Arbeit, Beziehung etc.).

    Wünsche dir ein schönes Wochenende.
    LG Sonja

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  2. Ich wäre wahrscheinlich ein Ermittler der in alle Richtungen denkt, hundertmal überlegt wen oder was er übersehen hat. Ein prall gefülltes Notiz Buch hätte und die Verfolgungsjagd seinem Partner überlassen würde.

    LG Sabine

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  3. Ich würde mir den Tatort angucken, ob es irgendetwas auffälliges gibt. Zeugen befragen und im Umfeld des Ermordeten ermitteln.

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